Macht Euch keine Sorgen Fernsehfilm, Deutschland 2018

Mi, 16.09.  |  23:10-0:40  |  3sat
Untertitel/VT Hörfilm/AD  Länge: 90 Min.

Mit Jörg Schüttauf und Ulrike C. Tscharre. „Nach unseren Erkenntnissen hat sich Ihr Sohn Jakob in Syrien dem IS angeschlossen.“ Der Alptraum aller Eltern wird für Stefan und Simone Schenk zur Wirklichkeit, als das LKA vor ihrer Haustür steht. Sie, selbst gläubige Christen, haben Jakob bei seiner Konvertierung zum Islam immer unterstützt. Nie vermuteten sie, dass ihr 19-jähriger Sohn sich radikalisieren könnte. Oder hat die Familie die Vorzeichen nur nicht sehen wollen? Die Suche nach Jakob führt Stefan und den älteren Sohn David nicht nur nah an das syrische Kriegsgebiet, sondern konfrontiert die Familie auch mit Fragen nach Gründen und Schuld. Die Hoffnung, Jakob zu finden, vermischt sich mit der Ungewissheit, ob eine Rückkehr in die Normalität überhaupt möglich ist.

Stefan Schenk (Jörg Schüttauf) hofft auf ein Wiedersehen mit seinem Sohn. Bild: Sender / WDR / zeroonefilm / Michael Kotschie
Stefan Schenk (Jörg Schüttauf) hofft auf ein Wiedersehen mit seinem Sohn. Bild: Sender / WDR / zeroonefilm / Michael Kotschie

Macht Euch keine Sorgen: Mi, 16.09.  |  23:10-0:40  |  3sat

Familie Schenk erhält die Nachricht, dass ihr Sohn Jakob sich dem IS in Syrien angeschlossen hat. Ein Schock für die Eltern. Mehrmals versuchen sie, Jakob zu erreichen.

Und tatsächlich nimmt Jakob Kontakt zu seinen Eltern auf und lässt durchblicken, dass er sich vorstellen kann, zurück nach Hause zu kommen. Es gelingt dem Vater bei einer abenteuerlichen Reise an die syrische Grenze, seinen Sohn wieder in die Arme zu schließen.

Doch zurück in Deutschland reagiert das Umfeld der Familie misstrauisch: Ist Jakob aus freien Stücken nach Hause gekommen und hat sich von der Ideologie des IS losgesagt, oder wurde er als Schläfer in die Heimat geschickt?

Links ist die schlechte Seite, die Seite des Schaitan: So erklärt der zum Islam konvertierte Jakob seinem verwunderten Vater Stefan, warum er plötzlich die Toilette nur noch mit links betreten darf. Immer hatten Stefan und Simone Schenk, selbst gläubige Christen, die Religionswahl ihres 19-jährigen Sohnes akzeptiert und ihn in seinem Glauben bestärkt. Doch als eines Abends das LKA vor ihrer Reihenhaustür steht, bricht die beschauliche Kleinstadtwelt der Familie Schenk zusammen. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich Jakob nicht im Spanienurlaub, sondern in Syrien beim IS aufhält. Der ersten Fassungslosigkeit folgen Entsetzen und Angst. Ihr Sohn kann kein Terrorist sein – oder doch?

Über Tage gibt es kein Lebenszeichen von Jakob. Eine emotionale Zerreißprobe, die auch Jakobs älteren Bruder David und seine kleine Schwester Marie belastet. Zunehmend nagt die Frage nach Schuld und dem Warum an der Familie. Stefan erinnert sich an immer mehr Situationen, in denen ihm Jakobs verändertes Verhalten hätte auffallen können. Aber weshalb hatten er und Simone die Vorzeichen für Jakobs Radikalisierung nicht gesehen? Auf der Suche nach Antworten erfahren die Schenks, dass Jakob sie seit Monaten belügt. Kannten sie ihren Sohn überhaupt wirklich?

Als dieser sich endlich meldet, weicht die Erleichterung schnell der Hilflosigkeit. Wie sollen sie ihren Sohn wieder nach Hause holen? Stefan sieht nur eine Möglichkeit: Er muss selbst nach Syrien fliegen. Ein riskanter Plan, für den sich die Familie hoch verschuldet. Begleitet von seinem älteren Sohn David, erwartet Stefan am Rande des syrischen Kriegsgebiets eine zähe Suche. Die Ungewissheit und das zermürbende Warten in unerträglicher Hitze bringen die beiden Männer an ihre Grenzen. Ist die Reise am Ende sinnlos? Und selbst wenn sie Jakob finden, ist der noch er selbst - oder inzwischen ein gewaltbereiter Schläfer für den IS?

Emily Atef, geboren 1973 in West-Berlin, ist eine deutsch-französisch-iranische Regisseurin und Autorin. Sie hat die französische Staatsbürgerschaft und lebt seit 2001 in Berlin. Zu ihren ersten Spielfilmen gehören "Molly's Way" (2005), "Das Fremde in mir" (2008) und "Töte mich" (2012). Zu ihren aktuellen Filmen zählt neben "Macht euch keine Sorgen" (2018) die ARTE-Koproduktion "3 Tage in Quiberon", die 2018 im Wettbewerb der Berlinale Premiere feierte. Des Weiteren war der Film für zehn Deutsche Filmpreise nominiert und gewann letztlich in sieben Kategorien, darunter "Bester Spielfilm", "Beste Regie" und "Beste Hauptdarstellerin".



Darsteller:
Jörg Schüttauf (Stefan Schenk)
Ulrike C. Tscharre (Simone Schenk)
Leonard Carow (Jakob Schenk)
Leonard Scheicher (David Schenk)
Emilia Bohrisch (Marie Schenk)
Buch: Jana Simon, Kathi Liers
Regie: Emily Atef

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