Einstein Wie wir Behinderte behindern

Do, 24.11.  |  21:05-21:50  |  SF1
Gebärdensprache  Kultur, Schweiz 2022
20 Prozent der Gesamtbevölkerung leben mit einer Beeinträchtigung. Doch der Alltag der Betroffenen ist auch acht Jahre nach dem Beitritt zur UNO-Behindertenrechtskonvention voller Barrieren. «Einstein» zeigt, warum die Gesellschaft von der Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung weit entfernt ist.

20 Prozent der Gesamtbevölkerung leben mit einer Beeinträchtigung. Die Hochschulen und Start-ups sind im Entwickeln von Assistenz-Technologien top. Doch der Alltag der Betroffenen ist auch acht Jahre nach dem Beitritt zur UNO-Behindertenrechtskonvention voller Barrieren.

Menü Surprise: Hier kocht der «Blind-Chef»
Gemüse schneiden, Fleisch braten und Desserts kreieren, ohne etwas zu sehen – eigentlich unmöglich. Das merkt Moderatorin Bigna Silberschmidt sofort, als sie dem erblindeten Koch Reto Frey mit verbundenen Augen zur Hand geht. Doch genau dieser Challenge muss sich Frey tagtäglich stellen. Bei «Einstein» demonstriert er, wie er dank viel Intuition und weniger Hilfsmittel einen delikaten Mehrgänger auf die Teller seiner Gäste zaubert.

Land voll Barrieren: Schlechtes UNO-Zeugnis für die Schweiz
Eine UNO-Konvention hat die Rechte aller Menschen mit Beeinträchtigung festgehalten. Die Schweiz bekommt acht Jahre nach dem Beitritt zu diesem Übereinkommen schlechte Noten. Insbesondere bei Gleichstellung und Selbstbestimmung von behinderten Menschen stellt der UN-Ausschuss grosse Defizite fest. Der Basler Staatsrechtler Markus Schefer, Mitglied des unabhängigen Expertengremiums, spricht bei «Einstein» Klartext.

Hindernis Architektur: Bildung in der Schweiz noch voller Barrieren
Die UNO verlangt für Menschen mit Beeinträchtigung ungehinderten Zugang zu allen Lebensbereichen. Doch im Vergleich zu anderen Ländern hinkt die Schweiz diesbezüglich weit hinterher. Rollstuhlfahrer und Uni-Professor Rolf Sethe zeigt, wie gross die Hindernisse im Universitätsalltag noch immer sind. Die Zürcher Hochschulen haben das Problem inzwischen erkannt und grosse Projekte lanciert, um für alle zugänglich zu sein. Aber bauliche Massnahmen allein reichen nicht: Künftig sollen auch Lehre und Studium endlich barrierefrei werden.

Kein Blindflug mehr: Wie das Internet barrierefrei wird
«Inklusion» und «Diversity» sind im Internet populäre Schlagworte. Doch in Realität sind Websites, PDF-Dokumente oder Apps für Menschen mit Sehbehinderung eben oft nicht barrierefrei. Dabei wären die technischen Lösungen längst da, um den Betroffenen ungehinderten Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen. Das demonstriert Alireza Darvishy, Informatik-Professor und selbst stark sehbehindert, mit eindrücklichen Beispielen.

«bro»: Der «Tesla» unter den Rollstühlen
Er heisst «bro» und will, wie der Name sagt, auch in kniffligsten Situationen der verlässliche «Kumpel» sein. Er kann klettern, meistert 70 Prozent Gefälle und bringt die Rollstuhlfahrenden dank Liftfunktion endlich auf Augenhöhe mit andern. Das Wunderding des Winterthurer Start-ups «scewo» ist vollgepackt mit Software und wird als Meisterwerk der Technik gefeiert. «Einstein» hat den «bro» von einem Piloten mit Beeinträchtigung testen lassen. Hält er wirklich alles, was er verspricht?

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