Le week-end Claudio Monteverdi trifft Robert Ashley
Sa, 20.06. | 13:00-14:00 | Ö1
Unterwegs mit Claudio Monteverdi in der Ägäis und mit Robert Ashley im amerikanischen Mid-West.Mit verhältnismäßig hochtrabenden Analogien wurde und wird nicht gespart, wenn vom amerikanischen Komponisten Robert Ashley die Rede ist. Als den „Homer Amerikas“ bezeichnete man ihn und um seine musikgeschichtliche Stellung anzudeuten, wurde er mit Claudio Monteverdi verglichen. Mit dem Verweis auf Homer ist gemeint, dass Robert Ashley als Textautor und Komponist all seiner Opern an einer sehr speziellen Form einer amerikanischen Mythologie arbeitet. Und der Hinweis auf Monteverdi meint, Ashley habe, ähnlich wie Claudio Monteverdi, in einer Zeit hochkomplexer, polyphoner Musik an einer damals, also seit den 1960er Jahren, völlig neuartigen Form des musikalischen Geschichtenerzählens, eben an einer Art Neuerfindung des Genres Oper gearbeitet.Robert Ashley und Claudio Monteverdi, der eine im 20., der andere im 17. Jahrhundert: Musik, die komponierende Kollegen ein, zwei Generationen früher schufen, wird absorbiert und transformiert. Monteverdi reagiert auf hochkomplexe Polyphonie einerseits, auf die musikdramatische Musik von Vincenzo Galilei, Jacopo Peri und anderen andererseits und ist dann einer jener Komponisten, die daraus das neue Genre Oper destillieren. Der 1930 geborene Robert Ashley wächst drei Jahrhunderte später in Michigan mit der ganzen Tradition des American Story Telling zwischen Blues und Country auf, amalgamiert das mit der radikalen, amerikanischen Avantgarde-Tradition seiner eigenen Generation und fokussiert all das zu seiner eigenen, speziellen Form einer wie vorbildlos erscheinenden, amerikanischen Version von Oper. Zwei Pioniere sind heute unterwegs.
in Outlook/iCal importieren