Vorgestellt Illia Ovcharenko spielt Klavierkonzerte mit links

Mo, 12.10.  |  11:30-12:00  |  Ö1
„Manu Sinistra“: Zusammen mit dem MDR-Sinfonieorchester unter Oksana Lyniv hat der gefeierte junge ukrainische Pianist Illia Ovcharenko Klavierkonzerte von Maurice Ravel, Sergej Prokofieff und Sergei Bortkiewicz aufgenommen, alle für die linke Hand allein

Linke Hand? Natürlich, Paul Wittgenstein! Der gebürtige Wiener (1887-1961), ein Bruder des später großen Philosophen Ludwig Wittgenstein, war als Pianist Schüler von Theodor Leschetizky, verlor aber dann an der Ostfront des Ersten Weltkriegs seinen rechten Arm. Seine Solokarriere setzte Paul Wittgenstein dennoch fort – indem er bedeutende Komponisten damit beauftragte, Konzerte, Kammermusik und Sololiteratur für Klavier für die linke Hand allein zu schreiben. Zwei der berühmtesten Klavierkonzerte aus dieser stattlichen Reihe, nämlich die von Maurice Ravel und Sergej Prokofieff, haben nun auch der Pianist Illia Ovcharenko das MDR-Sinfonieorchester unter Oksana Lyniv auf ihrer CD „Manu Sinistra“ neu eingespielt. Als drittes Werk hat Ovcharenko, 2001 in der Ukraine geboren und längst mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, das 1924 entstandene Opus 28 eines heute weitgehend vergessenen Komponisten ausgewählt: Sergei Bortkiewicz (1877-1952). In der ukrainischen Stadt Charkiw geboren, hat dieser in St. Petersburg und Leipzig studiert, ist 1925 Österreicher geworden und sollte in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof seine letzte Ruhestätte finden. Und auch Sergei Bortkiewicz hat für Paul Wittgenstein ein Klavierkonzert geschrieben.

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