2022: Die Filmreihe Arthouse Kino im Februar auf 3sat

Ungewöhnliche Filme, unglaubliche Geschichten, unvergessliches Kino:

Am 18. 2. 2022 im ARTHOUSE KINO - Die 3sat-Filmreihe zur Berlinale mit elf außergewöhnlichen Produktionen. Ungewöhnliche Filme, unvergessliches Kino, unglaubliche Geschichten:  Vom 10. bis zum 18. Februar 2022 zeigt 3sat in der Filmreihe "Arthouse Kino" insgesamt elf außergewöhnliche Filmproduktionen. Mit Erstausstrahlungen und Free-TV-Premieren.

Arthouse Kino 2022 – die Filmreihe, die Sendetermine

  • Donnerstag, 10. Februar 2022, 21.00 Uhr
  • "Systemsprenger"
  • Sozialdrama, Deutschland 2019
  • Regie: Nora Fingscheidt

Egal ob Pflegefamilie, Wohngruppe oder Schule, Benni fliegt sofort wieder raus: zu laut, wild und unberechenbar. Die Neunjährige ist, was man im Jugendamt einen "Systemsprenger" nennt. Dabei will Benni doch nur Liebe, Geborgenheit und wieder bei der Mutter wohnen. Die aber hat Angst vor dem unberechenbaren Kind. Als keine Lösung mehr in Sicht scheint, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien. Mit Helena Zengel, Albrecht Schuch, Gabriela Maria Schmeide, Lisa Hagmeister, Maryam Zaree u.a.

  • Donnerstag, 10. Februar 2022, 23.00 Uhr
  • "Ich war zuhause, aber ..."
  • Spielfilm, Deutschland/Serbien 2019
  • Regie: Angela Schanelec
  • Erstausstrahlung

Der 13-jährige Phillip ist eine Woche lang unauffindbar. Als er wieder auftaucht, ist es für seine Mutter, seine jüngere Schwester und ihn schwierig, ihr Familienleben einfach fortzuführen. Angela Schanelec ist mit "Ich war zuhause, aber ..." ein berührender Autorenfilm gelungen, der im Wettbewerb der Berlinale 2019 gezeigt wurde und mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie ausgezeichnet wurde. 2020 erhielt Schanelec den Preis des Verbands der deutschen Filmkritik für den Besten Schnitt.

  • Freitag, 11. Februar 2022, 22.25 Uhr
  • "Brimstone"
  • Spielfilm, Niederlande/Frankreich/Deutschland/Belgien/Schweden/
  • Großbritannien/USA 2016
  • Regie: Martin Koolhoven
  • Free-TV-Premiere

Zur Zeit des "Wilden Westens": Die stumme Liz hilft als Hebamme in ihrer Kirchengemeinde. Als ein fanatischer Prediger sie verfolgt, wird klar, dass Liz ein düsteres Geheimnis hütet. Guy Pearce und Dakota Fanning liefern sich in dem schonungslosen Drama des niederländischen Regisseurs ‎Martin Koolhoven ein Duell, dessen Inszenierung auch nervenzerreißende Szenen nicht scheut. ‎Dem Rache-Thriller mit Mystery-Touch und Western-Elementen gelingt es dabei, durch einen Wechsel der ‎Zeitebenen die Spannung zu steigern. Koolhoven erzählt die Geschichte in vier Kapiteln, denen er biblische Titel voranstellt: Offenbarung, Exodus, Genesis, Vergeltung. Premiere feierte der Film 2016 bei den Filmfestspielen von Venedig, wo er im Wettbewerb um den Goldenen Löwen lief.‎

  • Samstag, 12. Februar 2022, 23.00 Uhr
  • "Das Flirren am Horizont"
  • Spielfilm, Schweiz/Belgien 2019
  • (Le Milieu de l'horizon)
  • Regie: Delphine Lehericey
  • Deutsche Erstausstrahlung

1976, ein sengender Sommer: Auf dem Hof der Familie spürt der 13-jährige Gus, dass die Hitze nicht nur die Tiere und Felder heimsucht, sondern auch das Verhalten der Erwachsenen um ihn herum beeinträchtigt. Während seines Urlaubs wird Gus das Ende der traditionellen Bauernwelt seines Vaters sowie die Zerstörung seines familiären Gefüges erleben. In einigen Monaten wird er seine kindliche Unschuld für immer hinter sich gelassen haben. Der Film der Regisseurin Delphine Lehericey wurde 2020 gleich für zwei Kategorien beim Schweizer Filmpreis ausgezeichnet: Bester Spielfilm und Bestes Drehbuch.

  • Sonntag, 13. Februar 2022, 16.45 Uhr
  • "Der Wein und der Wind"
  • Spielfilm, Frankreich 2016
  • (Ce qui nous lie)
  • Regie: Cédric Klapisch

Nach langer Abwesenheit kehrt Jean auf das Weingut seiner Eltern in Burgund zurück. Nach dem Tod des Vaters müssen er und seine Geschwister entscheiden, was aus dem Gut werden soll.

  • Sonntag, 13. Februar 2022, 21.45 Uhr
  • "Wilde Maus"
  • Spielfilm, Österreich 2017
  • Regie: Josef Hader

Könige werden zuvorkommend behandelt: Das ist Georgs Ansicht, der seit Jahrzehnten als etablierter Musikkritiker für eine Wiener Zeitung schreibt. Doch Hochmut kommt vor dem Fall. Denn Georg wird überraschend von seinem Chefredakteur gekündigt - Sparmaßnahmen. Seiner jüngeren Frau Johanna, deren Gedanken nur um ihren nächsten Eisprung und das Kinderkriegen kreisen, verheimlicht er den Rausschmiss und sinnt auf Rache. Dabei steht ihm sein ehemaliger Mitschüler Erich zur Seite, dem Georg in seiner neu gewonnenen Freizeit hilft, eine marode Achterbahn im Wiener Prater wieder in Gang zu setzen. Georgs nächtliche Rachefeldzüge gegen seinen ehemaligen Chef beginnen als kleine Sachbeschädigungen und steigern sich zu immer größer werdendem Terror. Schnell gerät sein bürgerliches Leben völlig aus dem Ruder.

  • Sonntag, 13. Februar 2022, 23.25 Uhr
  • "Thelma"
  • Spielfilm, Norwegen/Frankreich/Dänemark/Schweden 2017
  • Regie: Joachim Trier

Als Thelma auf dem Campus ihre Kommilitonin Anja kennenlernt, entwickelt sich zwischen den beiden eine starke Anziehungskraft. Zum ersten Mal in ihrem Leben genießt Thelma die Zwanglosigkeit der Jugend, feiert Partys und entdeckt ihre Weiblichkeit. Doch plötzlich erlebt sie epilepsieartige Anfälle, und es beschleicht sie der Verdacht, dass mit ihrem Befreiungsschlag auch übersinnliche Fähigkeiten freigesetzt wurden, die in ihrer Familiengeschichte tief verwurzelt sind. Der preisgekrönte Regisseur Joachim Trier präsentiert mit "Thelma" einen Mystery-Thriller über eine junge Frau zwischen Unterdrückung und Verführung. Auf visueller Ebene besticht der norwegische Oscar-Beitrag als meisterhafte Verneigung vor dem Kino der 1980er-Jahre.

  • Dienstag, 15. Februar 2022, 22.55 Uhr
  • "Wintermärchen"
  • Spielfilm, Deutschland 2018
  • Regie: Jan Bonny
  • Erstausstrahlung

Tommi und Becky stecken in ihrer Beziehung fest. Und sie wollen Ausländer umbringen. In ihrer ideologischen Verbohrtheit sehen sie sich schon als Speerspitze einer Revolution. Sie wollen Helden sein, die Pioniere einer neuen Zeit. Und sie wollen, dass es zwischen ihnen wieder besser wird. Doch die Fantasie zerschellt kläglich an den Fakten ihres Lebens im Untergrund: eine kahle Wohnung, knappes Geld, Hunger und ständiger Frust. Es muss sich dringend was ändern. Und dann ist Maik plötzlich da, er soll bei ihnen mitmachen. Mit Thomas Schubert, Ricarda Seifried und Jean-Luc Bubert in den Hauptrollen.

  • Mittwoch, 16. Februar 2022, 23.20 Uhr
  • "Beautiful Boy"
  • Spielfilm, USA 2018
  • Regie: Felix van Groeningen

Ein Junge aus behütetem Elternhaus, aber in der eigenständigen Entwicklung ausgebremst, flüchtet sich halb aus Verzweiflung, halb aus Protest in Drogen und gerät in einen Teufelskreis. Klug und subtil beobachtender Film nach einer wahren Geschichte, der herzzerreißend klar macht, wie schmal der Pfad zwischen Glück und größter Verzweiflung ist. Steve Carell und Timothée Chalamet verkörpern das verhängnisvoll verbundene Vater-Sohn-Paar.

  • Donnerstag, 17. Februar 2022, 22.55 Uhr
  • "Lady Macbeth"
  • Spielfilm, Großbritannien 2016
  • Regie: William Oldroyd

England 1856: Die schöne Katherine wird mit einem verbitterten und deutlich älteren Mann verheiratet. Die Ehe ist herzlos, und die neue Familie betrachtet Katherine als unerwünschte Bürde. In diesem Umfeld vereinsamt die lebenshungrige junge Frau zusehends. Als ihr Mann zu einer längeren Reise aufbricht und sie allein zurücklässt, erwacht Katherine aus ihrer Lethargie. Sie beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit einem rebellischen Gutsarbeiter. In William Oldroyds messerscharf geschliffenem Liebesdrama "Lady Macbeth" zeigt die wunderbare Florence Pugh in der Titelrolle, was starker Wille wirklich ist. Mit dieser furiosen Frauenfigur entsteht in meisterhaft arrangierten Tableaus eine hoch konzentrierte Dramatik, die diesen Film so schnell nicht wieder vergessen lässt.

  • Freitag, 18. Februar 2022, 22.25 Uhr
  • "The Road"
  • Spielfilm, USA 2009
  • Regie: John Hillcoat
  • Free TV-Premiere

Nach einer Katastrophe, die alle Infrastruktur zerstörte, kämpfen ein Vater und sein ‎Sohn angesichts der Apokalypse ums Überleben in Würde und Anstand.‎ Viggo Mortensen spielt die Hauptrolle ‎in John Hillcoats bildgewaltiger, ‎hochaktueller Verfilmung des ‎dystopischen Romans "The Road" ‎von Cormac McCarthy ("No Country ‎for Old Men"), für den dieser 2007 ‎den Pulitzerpreis erhielt.‎ "The Road" stellt die großen Fragen nach der Brüchigkeit ‎menschlicher Zivilisation und ihrer Werte wie Solidarität und Mitgefühl angesichts ‎extremer Lebensumstände. Kameramann Javier Aguirresarobe fand in verlassenen ‎Industriegebieten um Pittsburgh, tristen Kohlefeldern und einem niedergebrannten ‎Freizeitpark ebenso großartige wie bedrückende Bilder für diese Dystopie, die lange ‎nachwirken. Die Filmmusik stammt von Nick Cave.‎

 

Beautiful Boy: David Sheff (Steve Carell) tut alles, um seinem drogenabhängigen Sohn Nic (Timothée Chalamet) beizustehen, und doch muss er erkennen, dass es allein auf Nic ankommt.
Bild: Sender /  ZDF / François Duhamel
Beautiful Boy: David Sheff (Steve Carell) tut alles, um seinem drogenabhängigen Sohn Nic (Timothée Chalamet) beizustehen, und doch muss er erkennen, dass es allein auf Nic ankommt. Bild: Sender / ZDF / François Duhamel