Vom Leben der Natur Lebendige grüne Teppiche

Mo, 14.09.  |  8:55-9:00  |  Ö1
Der Moosforscher Harald Zechmeister spricht über die uralten kleinen Landpflanzen ohne echte Wurzeln.

Ein leuchtend grüner Streifen am Bach, weiche Polster auf Steinen, Rinde oder Totholz: Moose sind fast überall – und doch werden sie leicht übersehen. Dabei steckt in den kleinen Pflanzen eine große Welt.Anders als Bäume, Gräser oder Blumen haben sie keine Wurzeln, über die sie Wasser und Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen, sondern nutzen dafür ihre gesamte Oberfläche. Sie wachsen langsam, verbreiten sich mit Hilfe winziger Sporen und besiedeln besondere Nischen. Ein Moospolster beherbergt eine erstaunliche Vielfalt an kleinsten Lebewesen. Bärtierchen, Algen, Pilze und viele weitere Organismen finden zwischen den Moospflänzchen Schutz und Feuchtigkeit. Werden Moospolster aus der Natur entnommen und etwa als Wanddekoration verwendet, geht dieser Mikrokosmos verloren.Auch für den Wasserhaushalt von Wäldern sind Moose wichtig. Sie können Niederschläge kurzfristig speichern und geben die Feuchtigkeit langsam wieder an die Umgebung ab. Das trägt zu einem kühlen, feuchten Waldklima bei und kann den oberflächlichen Wasserabfluss nach Starkregen bremsen. Längere Trockenperioden und steigende Temperaturen gefährden jedoch besonders jene Moosarten, die an dauerhaft feuchte Standorte angepasst sind.

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