Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen Mitgefühl mit der Schöpfung
So, 04.10. | 7:05-8:00 | Ö1
Vom abgeschiedenen Klarissenkloster zum offenen Haus1998 beginnt in Pupping in Oberösterreich ein ungewöhnliches franziskanisches Experiment: Brüder, Schwestern und Laien aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen leben gemeinsam unter einem Dach – inspiriert von Franz von Assisi und Klara. Aus dem abgeschiedenen Kloster wird ein offenes Haus. Heute gehören neun Menschen zur Gemeinschaft. Gäste leben oft über Wochen oder Monate mit, Menschen in Lebenskrisen finden vorübergehend ein Zuhause, auch ukrainische Flüchtlingsfamilien wurden aufgenommen. Es wird gemeinsam gebetet und gearbeitet, im Garten angepackt und für viele gekocht. 800 Jahre nach dem Tod des heiligen Franz von Assisi (3. Oktober 1226) erzählt Pupping davon, warum seine Idee eines einfachen, gemeinschaftlichen Lebens Menschen noch immer fasziniert. Und wie für Schwester Marie-Theres aus 25 Jahren Abgeschiedenheit ein völlig neues Leben werden konnte. Eine Reportage von Marcus Marschalek über Aufbruch im hohen Alter, gelebte franziskanische Spiritualität – und ein Kloster, das überlebt hat, weil es seine Türen geöffnet hat.Von Wien nach Südkorea und zurück – Eine buddhistische Nonne im PorträtAm Sonntag, den 4. Oktober, ist Welttierschutztag – ein Tag, an dem viele Buddhistinnen und Buddhisten darauf aufmerksam machen wollen, dass auch Tiere fühlende Wesen sind, die es zu respektieren gilt. Mit 19 Jahren geht die gebürtige Wienerin Anna Rheindorf in ein Kloster in Südkorea, wird dort buddhistische Nonne. 14 Jahre lang lebt sie dieses Leben, bestimmt von Andachten und Meditation, aber vor allem auch von sehr viel Arbeit im Tempelalltag. Mittlerweile ist sie zurück in Österreich und will den Buddhismus, den sie dort kennengelernt hat, auf eine für Europäerinnen und Europäer geeignete Weise näherbringen. Mariella Kogler hat sie in ihrem Zen-Zentrum in Schwarzau im Gebirge in Niederösterreich besucht."Laudato si" – Ein Spaziergang mit dem Umweltethiker Michael RosenbergerDie Schönheit der Natur hat Franz von Assisi zu seinem „Sonnengesang“ inspiriert, einem Gebet, das die Schönheit der Schöpfung und den Schöpfer preist. „Laudato si“, „gepriesen seist Du“, lauten die ersten Worte, und sie sind auch der Titel der „Umweltenzyklika“ von Papst Franziskus, die er 2015 veröffentlicht hat. „Die Klimaproblematik und der Verlust an Biodiversität sind die großen ethischen Herausforderungen unserer Zeit“, sagt der in Würzburg geborene Umweltethiker und Professor für Moraltheologie an der Katholischen Privatuniversität Linz, Michael Rosenberger. Staunen, Respekt und Demut sind Tugenden, die in seiner Umweltethik eine Rolle spielen. Eigenverantwortung und persönliches Engagement sind für ihn eine konkrete Konsequenz dieser „Schöpfungsspiritualität“, wie der katholische Priester und langjährige Umweltsprecher der Diözese Linz Maria Harmer bei einem Spaziergang am Ufer der Steyr in Oberösterreich erzählt.Es ist genug für alle da – Aspekte der BibelMarkusevangelium 8,1-9Wenn eine Begebenheit in der Bibel zweimal erzählt wird, ist das meist kein Zufall. Eine Version der so genannten Brotvermehrung schildert, wie Jesus von Nazareth als Jude gemeinsam mit Nichtjuden isst – etwas, das ihm nach damaligen religiösen Regeln streng genommen nicht erlaubt war. Mehr noch: Er gibt ihnen zu essen. Die Erzählung erinnerte wohl bereits die frühen christlichen Gemeinden an ihre Mahlfeier im Gottesdienst. Die evangelische Theologin und Jugendpfarrerin Bettina Schebsdat-Növer entdeckte noch weitere Besonderheiten in der Geschichte, die zu Erntedank in evangelischen Gottesdiensten gelesen wird.
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