Am Puls – Gesundheit und Medizin Geschlechtersensible Medizin bei Lungenkrebs
Do, 06.08. | 16:05-17:00 | Ö1
Nicht nur alte, rauchende Männer betroffenAuch wenn man Lungenkrebs nach wie vor als typische Raucherkrankheit älterer Männer einordnen würde, steigt die Erkrankungshäufigkeit bei Frauen seit Jahren an. Dabei präsentieren sich die Tumoren auch unterschiedlich, sodass ein Lungenkarzinom oft nicht gleich erkannt wird: Symptome wie Husten, Atemnot oder Müdigkeit sind zunächst unspezifisch und der Verdacht auf die Erkrankung bei Nichtraucherinnen kommt häufig zu spät auf. Darüber hinaus waren Frauen in klinischen Studien lange unterrepräsentiert, sodass viele Erkenntnisse und Behandlungen vor allem auf männlichen Patientenkollektiven beruhen. Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Immuntherapien scheinen sich aber zwischen den Geschlechtern zu unterscheiden, erklärt der Lungenfacharzt Maximilian Hochmair. Zwar zeige sich bislang keine eigene Form des „Frauen-Lungenkrebses“, doch es werde deutlich, dass „biologische und gesellschaftliche Geschlechtsunterschiede bei Prävention, Diagnostik und Behandlung stärker berücksichtigt werden müssen“, so die Krebsexpertin Romana Wass. Geschlechtersensible Medizin sei daher ein Gebot der Stunde, um auch künftige Screeningprogramme besser an individuelle Risikoprofile anzupassen. Anlässlich des Welt-Lungenkrebstages, der jährlich am 1. August begangen wird, widmet sich Ronny Tekal den bösartigen Neubildungen in der Lunge und zeigt neue (und im besten Fall auch geschlechtersensible) Therapiewege auf. Zu Gast: Maximilian Hochmair, Lungenfacharzt, Leiter der pneumo-onkologischen Ambulanz und Tagesklinik der Klinik Floridsdorf, WienRomana Wass, Lungenfachärztin, Tumorambulanz, Lungenkrebs Zentrum, Kepler Universitätsklinikum, Linz, OÖNicht einfach wegsperren – Pflege hinter Gittern Das forensisch-therapeutische Zentrum Göllersdorf (Bezirk Hollabrunn, NÖ) ist eine Sonderanstalt des österreichischen Strafvollzugswesens. Hier sind Männer mit schwerwiegenden psychischen Erkrankungen inhaftiert, die eine Straftat begangen haben (nach § 21 Abs. 1 StGB, Unterbringung von zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähigen geistig abnormen Rechtsbrechern). Sie befinden sich im sogenannten Maßnahmenvollzug: Ein Ansatz, der 1975 unter Justizminister Christian Broda ins Leben gerufen wurde, auf „Therapie statt Strafe“ setzt und eine intensive Betreuung erfordert. Bei der Eröffnung vor 40 Jahren galt die Justizanstalt Göllersdorf als wegweisendes Vorzeigeobjekt. Dennoch geriet es immer wieder in Kritik: Neben Überbelegung und Personalmangel gibt es etwa seitens des Vereins „VertretungsNetz“ eine generelle Skepsis in Bezug auf das „reformbedürftige System Maßnahmenvollzug“. Doch in vielen Bereichen scheint die Betreuung zu funktionieren. Im interdisziplinären Team unterstützen Pflegekräfte die inhaftierten Patienten dabei, Selbstständigkeit zu erlangen, Behandlungen wahrzunehmen und Schritt für Schritt auf ein Leben in Nachsorge vorbereitet zu werden. Dies ähnelt einer Behandlung in einer psychiatrischen Klinik, ist zeitlich jedoch ungebunden und eine Entlassung ist nur aufgrund einer deutlichen Verbesserung der Zurechnungsfähigkeit möglich.Katrin Grabner hat die Anstalt besucht und mit Pflegepersonen über ihren Arbeitsalltag, multiprofessionelle Zusammenarbeit, die besondere Rolle der Pflege hinter Gittern, aber auch über Vorurteile gesprochen. Interviewpartner: Jennifer Häckel, Kontrollorin, Diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerinLukas Prinz, Oberkontrollor, Diplomierter Gesundheits- und KrankenpflegerDaniela Seichter, Psychologin, Leiterinalle: Forensisch-therapeutisches Zentrum Göllersdorf, NiederösterreichRubrik „Eine Frage noch"Was kann ich bei Nagelpilz tun?Die erfahrene Podologin Silvia Habacht-Linsbauer gibt Antwort.Norbert Peter hat das Interview geführt.
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