Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch Peter Henisch: Vaterlast und Muttersuche

So, 09.08.  |  11:51-12:12  |  Ö1
Im Gespräch mit Judith Hoffmann erzählt der 1943 geborene Wiener Schriftsteller, wie seine Mutter spät, aber vehement aus dem Schatten des schillernden, opportunistischen Vaters trat und wie sie sich förmlich selbst zum Zentrum seines neuen Romans „Muttersuchen“ machte.

1975 veröffentlichte Peter Henisch seinen ersten Erfolgsroman „Die kleine Figur meines Vaters“ über den berühmten Kriegs- und Pressefotografen Walter Henisch, der trotz seiner jüdischen Herkunft mit gefälschtem Ariernachweis Kariere bei der NS Propaganda machte. Buch und Figur begleiten den 1943 geborenen Schriftsteller bis heute, doch jetzt, mehr als 50 Jahre später, ist die Mutter an der Reihe. Henisch widmet ihr den Roman „Muttersuchen“ (Residenz), eine literarische Suche auf mehreren Ebenen, nicht nur nach der Mutter, die eines Nachts nach einem Ehestreit verschwand, sondern auch eine Suche nach den eigenen Wurzeln, der eigenen Identität und den vielen großen und kleinen Divergenzen zwischen Erinnerung, Erfindung und historischer Erkenntnis. Im Gespräch mit Judith Hoffmann erzählt Peter Henisch von der Lebenslüge seines Vaters, den Ausbruchs- und Emanzipationsversuchen seiner Mutter, und warum sie die Wiedereröffnungspremiere des Burgtheaters 1955 vor lauter Übelkeit und Panik nicht zu Ende sehen konnte.

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