Gedanken In memoriam Monika Helfer

So, 09.08.  |  9:05-10:00  |  Ö1
Sprachlosigkeit in Worte fassen – Gedanken der Schriftstellerin Monika Helfer

Über fünf Jahrzehnte schrieb Monika Helfer Prosa, Theaterstücke und Hörspiele. Erst spät feierte sie ihren großen Durchbruch mit einer autofiktionalen Familientrilogie, die zugleich zutiefst mit ihrem eigenen Leben verwoben war. Wie eng, das wusste nur die Autorin selbst. Autofiktion nennt sich diese literarische Gattung, eine kunstvolle Mischung aus Bekenntnis und Erfindung. Monika Helfer nutzte sie, um Grundsätzliches über die Menschen in ihrer Umgebung zu ergründen – und um die Sprachlosigkeit ihrer Familie in Worte zu fassen.Geboren 1947 in Au im Bregenzerwald, wuchs sie in einem Kriegsversehrtenheim auf, in dem ihr Vater als Verwalter arbeitete. Als sie elf Jahre alt war, starb ihre Mutter. Gemeinsam mit ihren beiden Schwestern kam sie zu einer Tante nach Bregenz, die mit drei eigenen Kindern in einer kleinen Wohnung lebte. Der Tod der Mutter wurde zum Beginn ihres Schreibens: Auf kleinen Zetteln hielt das Mädchen fest, was es beschäftigte – um es besser zu verstehen. Aus diesen frühen Notizen wuchs ein Werk, das Fragen stellt, die uns alle angehen: Was wissen wir eigentlich über jene Menschen, die uns aufwachsen sahen? Und können wir aus den Fehlern vorangegangener Generationen lernen?Am 2. August 2026 ist Monika Helfer im Alter von 78 Jahren in Folge eines Unfalls verstorben. In memoriam ist die „Gedanken“-Sendung zu hören, die im Oktober 2022 anlässlich ihres 75. Geburtstages ausgestrahlt wurde.

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