MDR Kultur trifft Marko Martin Schriftsteller, Publizist, Berlin

Mi, 26.08.  |  20:00-21:00  |  MDR Figaro
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"Freiheitsaufgaben", heißt ein Buch des Schriftstellers und Publizisten Marko Martin, im vergangenen Jahr bei Tropen Sachbuch erschienen. 35 Jahre nach der deutschen Einheit wird hier die Frage nach der Demokratie am Scheideweg verhandelt, ob wir uns den Freiheitsaufgaben stellen oder unsere Freiheit aufgeben. Das Buch erschien nach Marko Martins Festrede am 07.11.2024, dem 35. Jahrestag der friedlichen Revolution in der DDR im Schloß Bellevue, dem Berliner Amtssitz von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Diese Rede erfuhr große Aufmerksamkeit, manche Kommentatoren sprachen von einer Sternstunde der Demokratie und verärgerte den Bundespräsidenten. Im Februar 2026 wurde Marke Martin in Leipzig der Werner-Schulz-Preis verliehen. Wie der Bürgerrechtler und langjährige Bundestags- und Europaabgeordnete Werner Schulz, habe Marko Martin vehement die Politik Putins und dessen Angriffskrieg auf die Ukraine angeprangert, so die Begründung der Jury. Er setze sich unmissverständlich für Israel ein und gegen einen judenfeindlichen Antizionismus, sei es von Nazis, Islamisten oder von sich selbst als links verstehenden Bewegungen. "Marko Martin warnt aber auch vor der inneren Gefahr, den Versuchen der Regierung Benjamin Netanjahu, das Land Richtung eines Viktor Orbán oder Donald Trump zu verwandeln."

Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin setzt die Autorenvereinigung PEN Berlin ihre bereits im vergangenen Jahr viel beachtete Veranstaltungs- und Gesprächsreihe quer durch Deutschland fort und fragt im August in 41 Tagen bei 36 Begegnungen mit 112 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Sachsen-Anhalt: "Ist das noch / schon mein Land? - Gespräche über Heimat". Anfang Mai war Marko Martin im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe Gast im Theater Görlitz. Seit Februar 2025 produziert er zudem für die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung regelmäßig den podcast "Marko Martin, einmal klingeln".

2024 erschien im Tropen Sachbuch Verlag der Essayband "Und es geschieht jetzt. Jüdisches Leben nach dem 7. Oktober". "Marko Martin ist ein wahrer Humanist.", schrieb die US-amerikanisch-polnische Historikerin und Journalistin Anne Applebaum zu diesem Buch. Marko Martin bereist das Land seit 1991 und war zuletzt im Juni 2026 in Tel Aviv und berichtete von dort über das erste "Gay Pride" nach dem 7. Oktober 2023 als Fest der Lebensfreude.

Im Burgstädt in Sachsen wurde Marko Martin 1970 in geboren. Seine Eltern waren Zeugen Jehovas, lösten sich jedoch in den 1980er Jahren von diesen. Marko Martin wurde Kriegsdiensttotalverweigerer und erfuhr die Repressalien des Staates namens DDR. Unter anderem wurde ihm die Hochschule verwehrt. Im Mai 1989 siedelte die Familie in die Bundesrepublik Deutschland über und lebte fortan am Bodensee. Im Sommer 1990 reiste der inzwischen 19jährige Abiturient durch die frühere Heimat und veröffentlichte 2004 bei DVA "Sommer 1990. Er studiert zunächst Germanistik, Politikwissenschaft und Geschichte an der TU und FU Berlin. Nach langjährigem Aufenthalt in Paris lebt Marko Martin, sofern nicht auf Reisen, als Schriftsteller und Publizist in Berlin. Zahlreiche Bücher erschienen im Rahmen seiner Reisen rund um den Globus zu Themen wie Welt- und Fremdheitserfahrungen. Marko Martin ist Mitglied des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland und seit 2022 auch Mitglied im PEN Berlin. Er erhielt den Ovid-Preis und den Reiner Kunze-Preis, ist Jury-Mitglied des Karl-Wilhelm Fricke-Preises und war von 2015 bis 2017 auch Jury-Mitglied des Internationalen Literaturpreises - Haus der Kulturen der Welt.

Redaktion: Angelika Zapf

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