Vorgestellt Klavierkonzerte von Mozart und Mayer
Mo, 21.09. | 11:30-12:00 | Ö1
Wenn Mozart komponierte, hatte er genau im Kopf, für wen. Und hier wirkt es so, als wären die Klavierkonzerte dem Freiburger Barockorchester und dem Hammerklaviervirtuosen Kristian Bezuidenhout zugeschrieben. Seit mehr als einem Jahrzehnt erkunden sie gemeinsam die Klavierkonzerte Wolfgang Amadeus Mozarts – und gerade die langfristige Beschäftigung mit diesen Werken scheint den Interpretationen ihre besondere Frische zu verleihen. Ein Zyklus, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, rückt seiner ehrgeizigen Vervollständigung wieder ein Stück näher. Die aktuelle Einspielung vereint die Konzerte KV 175, KV 449 und KV 466 und spannt damit einen Bogen von frühen wegweisenden Ansätzen bis zur dramatischen Zuspitzung der späten Werke. Bezuidenhout spielt auf einem Wiener Fortepiano aus dem Jahr 1805 und entwickelt mit dem Ensemble einen lebendigen musikalischen Dialog, der von Beweglichkeit, Transparenz und großer Spielfreude geprägt ist. Virtuose Passagen wirken nie bloß brillant um ihrer selbst willen, vielmehr entsteht der Eindruck spontanen Musizierens, bei dem Improvisation und unmittelbare Reaktion eine wichtige Rolle spielen. Besonders in den langsamen Sätzen nehmen sich die Musiker Zeit für feine Schattierungen und eine schwebende, beinahe intime Klangsprache. Zugleich wird deutlich, wie einfallsreich und theatralisch Mozart seine Konzertform immer wieder neu denkt – vom experimentierfreudigen frühen Konzert bis zur dunklen Ausdruckswelt des d-Moll-Konzerts. Hier entsteht etwas Außergewöhnliches. Vielleicht der bedeutendste Mozart-Klavierzyklus auf historischen Instrumenten unserer Zeit.Mozart hat viele seiner Werke auch begabten Schülerinnen gewidmet und das Können von Frauen ganz allgemein unterstützt. Eine begabte Pianistin (zeitlich und geografisch jedoch etwas entfernt von Mozart) war Emilie Mayer. Die Akademie für Alte Musik Berlin widmet sich ihrem Werk nun mit einem auf ebenfalls mehrere Veröffentlichungen angelegten Projekt und eröffnet diese Reihe mit zwei besonders markanten Kompositionen. Gespielt wird auch hier auf historischen Instrumenten, ergänzt durch einen eigens ausgewählten Blüthner-Flügel, den der Pianist Alexander Melnikov für diese Aufnahme ausgesucht hat. Die Werke zeichnen das Bild einer eigenständigen, unbeirrbaren Komponistin, die erst allmählich den Platz erhält, der ihr zusteht.
in Outlook/iCal importieren