Vom Leben der Natur Eine Charakterart der Berge

Mo, 02.11.  |  8:55-9:00  |  Ö1
Der Wildtierökologe Paul Griesberger spricht über die Alpengams, einem wildlebenden Huftier.

Die Alpengams ist ein Wildtier, dessen Hufe als „Schalen“ bezeichnet werden und sie deswegen zum Schalenwild gehört. Sie kommt nicht nur in den Alpen vor, sondern auch auf der Iberischen Halbinsel und in Italien. Ihre markante Zeichnung mit den schwarzen Strichen im Gesicht, den sogenannten Zügeln, verleihen ihr ein unverwechselbares Aussehen.Sie bewegt sich schnell und trittsicher über Felsen, Schnee und Eis. Das verdankt sie ihren speziell gebauten Hufen, die weit spreizbar sind, also größere Auftrittsfläche besitzen, und ihren elastischen Fußballen.Die klirrende Kälte im Winter verträgt sie optimal, ist ihr Fell doch dicht und gut isoliert. Auch ihr Herzschlag und ihr gesamter Stoffwechsel reduzieren sich, die Organe wie die Leber werden kleiner, der ganze Gamskörper begibt sich in den Energiesparmodus. Bei steigenden Temperaturen, die der Klimawandel mit sich bringt, leidet die Alpengams jedoch unter Hitzestress. Im November/ Dezember findet die Brunft statt. Hier stellen die Böcke ihre verlängerten Haare am Rücken auf, um mit dem Gamsbart die Weibchen zu beeindrucken. Diese Phase kostet viel Energie und kann dem einen oder anderen männlichen Tier viel abverlangen.Der Wiederkäuer kann sich auf viele Eventualitäten einstellen, jedoch reagieren Böcke, Geißen und Kitze gestresst bei unvorhergesehenen Auftritten von Radfahrern, Drohnen, Paragleitern oder Tourengeherinnen. Deswegen brauchen die Tiere störungsfreie Rückzugsmöglichkeiten.

in Outlook/iCal importieren

Meine Merkliste

Senderinfos zu Ö1:

Ö1 – Kontakt und Infos