Vorgestellt Historische Klangfarben – neu gespielt

Di, 03.11.  |  11:30-12:00  |  Ö1
Thomas Triesschijn spielt Antonio Vivaldis Violinkonzerte auf Blockflöten, Jutta Täuber-Holzapfel und Anton Holzapfel lassen die „Physharmonika“ wieder aufleben.

Mit seinem neuen Album „La Dolce Stravaganza“ gibt der niederländische Blockflötist Thomas Triesschijn mit seinem Ensemble „The Counterpoints“ der Musik von Antonio Vivaldi eine neue Stimme. Neben der Sopran- und Altblockflöte kommen auch selten gehörte Instrumente wie die Voice Flute, die Sixth Flute, die Third Flute und die Altblockflöte in Es zum Einsatz. Die unterschiedlichen Instrumente eröffnen jeweils eigene klangliche Perspektiven – besonders dann, wenn die klangliche Süße der „Flauto Dolce“ der extravaganten Virtuosität Vivaldis begegnet. Neben Bearbeitungen von Violinkonzerten enthält das Album auch Transkriptionen eines Lauten- und eines Oboenkonzerts von Antonio Vivaldi. In die Liste der heute „sehr selten gehörten Instrumente“ lässt sich wohl auch die „Physharmonika“ oder das „Aeolodikum“ einordnen – in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hingegen traf das Instrument genau den Geschmack der Zeit. Anton Holzapfels musikalischem Wissensdurst und großem Interesse an historischen Tasteninstrumenten ist es zu verdanken, dass diese Klangfarbe aus der Vergangenheit nun auf einem aktuellen Tonträger wiederauflebt: Der oberösterreichische Organist und Cembalist spielt auf dem hervorragend erhaltenen „Pressburger Aeolodikum“ (erbaut 1810) aus der Sammlung der Esterházy Stiftung und wird von seiner Schwester Jutta Täuber-Holzapfel auf einem Hammerflügel (aus 1823) begleitet. Zu hören sind seltene Kammermusik und Bearbeitungen insbesondere von Carl Georg Lickl (1801-1877), der mit einer großen Zahl von Arrangements bekannter Orchester- und Chorwerke „für Physharmonika mit Begleitung des Pianoforte“ für die zunehmende Verbreitung der Physharmonika zu seiner Zeit sorgte.

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