Stuttgart 21 verplant, verbaut, verschoben
Do, 11.06. | 21:00-21:45 | SWR
Hat die Bahn mit der technischen Neuausrichtung des Bahnhofs zu viel gewollt, weiß sie denn, welche Strategie sie wann und wofür verfolgt? Welche Probleme könnten die Eröffnung des neuen Bahnhofs weiter verzögern? Welche Kostenrisiken gibt es? Die SWR-Story "Stuttgart 21 - verplant, verbaut, verschoben" sucht nach Antworten.
Verspätungen, Signalstörungen und veraltete Infrastruktur.
Wer kennt sie nicht, die langen Laufwege rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof und die ständigen Zugausfälle im Zentrum von Baden-Württemberg. Weil die Bahn die Eröffnung von Stuttgart 21 immer weiter vor sich herschiebt, leiden die Menschen im Südwesten seit Jahren massiv unter den Einschränkungen dieser Mega-Baustelle. Befürworter preisen zwar die großartige Architektur des neuen Bahnhofs, doch die Kritik am mangelhaften Preis-Leistungs-Verhältnis hält an.
Der "tägliche Wahnsinn" rund um Stuttgart 21
Ein Lokführer von Averio nimmt uns mit auf seine Fahrt von Geislingen nach Stuttgart, schildert, was er dort fast täglich erlebt. Je näher wir dem Stuttgarter Knoten kommen, desto mehr werden die Probleme deutlich: Signalstörungen, das Warten auf freie Gleise, veraltete Infrastruktur. Der "tägliche Wahnsinn" eben. Bei der Digitalisierung von Stuttgart 21 gebe es massive Probleme, meint Bahnexperte Hans Leister. Eigentlich sollten keine klassischen Signale mehr verbaut werden. Jetzt wurden zur modernen Technik teilweise zusätzliche Signale aufgestellt. Denn die Pläne werden immer wieder geändert. Dazu kommen kilometerweise falsch verlegte Kabel. Das alles treibt die Kosten für das Milliarden-Projekt weiter in die Höhe. Die Digitalisierung soll Kapazitäten steigern, scheitert jedoch häufig an ganz praktischen Problemen.
Autor:
Frieder Kümmerer
Alexander Schweitzer
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