Spielräume Betörendes Grico. Ein griechischer Dialekt aus Italien

Mi, 23.09.  |  17:30-17:55  |  Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa. Das italienische Duo Amaryllis kreiert Musik, wie sie existiert haben könnte

Beide, der Multiinstrumentalist und Ethnomusikologe Samuele Mele und der Akkordeonist Mattia Manco, stammen aus der Grecìa Salentina, einer Sprach- und Kulturinsel inmitten des apulischen Salento, wo bis heute in acht Ortschaften das Grico (auch Griko geschrieben) gesprochen wird. Ob das Grico auf die antike Besiedlung Süditaliens durch die Griechen (Magna Graecia) zurückzuführen ist oder auf byzantinische Siedler im Mittelalter, bleibt ungeklärt.Auf ihrer musikalischen Spurensuche nach verbindenden Elementen zwischen der Grecìa Salentina und griechischen Einflüssen reisten Mele und Manco auf die Insel Kreta. Es gelang ihnen, mit einigen herausragenden Musikerinnen und Musikern der griechischen Ethno-Musikszene zusammenzuarbeiten. Daraus entstanden acht faszinierend suggestive Kompositionen, Lieder und instrumentale Stücke, Dialoge von kretischer Lyra mit arabischem Oud, dazu Akkordeon und Rahmentrommeln.Der Titel dieses Albums „O Fiuro Tos Krifò“ bedeutet so viel wie „Blume der Geheimnisse“ und verspricht nicht zu viel. Zu Beginn werden wir quasi eingeweiht, betreten fremdes, fernes Land. Archaische Klänge beschwören menschenleere Landschaften herauf, die Magie des Meeres, aber auch die Zerbrechlichkeit unserer Existenz. Schöne und raue Klänge, ansprechende Stimmen – Musik, um die Welt vorübergehend zu vergessen und abzudriften durch Raum und Zeit.

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