Spielräume Mexikanische Grenzgänge
Fr, 25.09. | 17:30-17:55 | Ö1
New Mexico ist in mehrerlei Hinsicht der am stärksten von der Latino-Kultur geprägte unter jenen US-Bundesstaaten, die einst zum Vizekönigreich Neuspanien gehörten. Trotzdem ist gerade New Mexico ein wenig übersehen worden und untergegangen, als die Latino-Musik in den USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen Popularitätsschub erlebte und vor allem die Tejano- und Conjunto-Musik aus Texas auch international bekannt wurde, etwa durch Akkordeonist Flaco Jiménez.Manche der vor allem mündlich überlieferten Traditionsstränge in der Volksmusik New Mexicos könnten mittlerweile sogar wieder abreißen. Aber dagegen stemmen sich beherzt und vehement Tanya Nuñez, Santiago Romero, Karina Wilson und Jordan Wax von der Band Lone Piñon seit mehr als einem Jahrzehnt – mit Violinen, Gitarren, Kontrabass und Akkordeon, sowie Stilen wie Walzer, Huapango, Pasodoble, Bolero,Ranchera, Polka und vielen mehr. In New York City wiederum feiert die siebenköpfige Band Guachinangos das Musikerbe aus Veracruz, in doppelter Hinsicht also weitab der Grenze zwischen Mexiko und den USA. Grenzgänger sind aber auch sie, wenn sie – ganz ohne Reinheitsgebot und offen für Fusionen – neue Elemente wie elektrische Gitarren oder Anklänge von kolumbianischer Cumbia in jene Musik einbringen, die in Veracruz unter dem Namen Son Jarocho gepflegt wird und auf eine mehr als zwei Jahrhunderte alte Tradition zurückblicken kann. Guachinangos haben vor kurzem ihr Debüt („Guachinangos Vol. 1“), Lone Piñon ihr mittlerweile sechstes Album („Hot Carne Seca“) veröffentlicht.
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