Tierische Heimkehrer Zurück in der Natur

Mo, 02.11.  |  16:15-17:00  |  3sat
Untertitel/VT Hörfilm/AD  Länge: 45 Min.

Sie zählen zu den seltensten Tierarten der Welt: der Luchs, der Europäische Nerz, die Sumpfschildkröte und der Ziesel. Einst aus Deutschland verschwunden, kehren sie nun wieder zurück.

Für die Tiere, die ihren alten Lebensraum zurückerobern, ist es ein langer und gefährlicher Weg. Engagierte Tierschützer helfen ihnen dabei. Der Film folgt spannenden Projekten vom Steinhuder Meer bis in die Rheinauen, vom Osterzgebirge bis zum Pfälzerwald.

Die Reise des Luchses Lucky beginnt im slowakischen Teil der Karpaten. Dort, im Herzen Europas, gibt es bis heute Luchse in freier Wildbahn. Dass seine neue Heimat gut 1000 Kilometer weiter westlich liegt, ahnt der Kater da noch nicht. Ausgestattet mit einem GPS-Sender ist Lucky der erste Luchs, der nach 200 Jahren den Pfälzerwald betritt. Mit ihm werden zwei Weibchen ausgewildert. Werden sie sich einleben, den Gefahren des Straßenverkehrs entkommen und, was noch viel wichtiger ist, Nachwuchs bekommen?

In den Rheinauen kehrt ebenfalls ein Tier zurück, das vor gut 200 Jahren bis auf Restbestände in Brandenburg aus Deutschland verschwand: die Europäische Sumpfschildkröte. Anders als Lucky kennt sie die freie Wildbahn nicht. Geschlüpft und aufgewachsen ist sie in einer Zuchtstation. Als eine von über 500 Exemplaren soll "Nummer 8" die Auenlandschaft entlang des Rheins für ihre Art zurückerobern. Sumpfschildkröten kehren normalerweise zur Eiablage an den Ort ihrer Geburt zurück. Wird es Nummer 8 gelingen, einen geeigneten Platz für ihr Gelege zu finden?

Die Dritte im Bunde ist Lotta, ein Europäischer Nerz. Fast 100 Jahre lang gab es auch diese Tiere in Deutschland nicht mehr, zumindest nicht in freier Wildbahn. Ihnen wurde ihr wertvolles Fell zum Verhängnis. Zusätzlich machte sich der aus Pelzfarmen befreite Mink, der Amerikanische Nerz, in ihrem Lebensraum breit und vertrieb die unterlegenen Tiere. Die Europäischen Nerze zählen heute zu den am stärksten gefährdeten Säugetieren der Welt. Zuchtprogramme versuchen nun, die Art in letzter Minute vor dem Aussterben zu retten. Lotta wird ihre neue Heimat am Steinhuder Meer in Niedersachsen finden. Doch sie hat noch nie in der Natur gelebt. Wird sie es schaffen, sich selbst zu versorgen, gar einen Partner zu finden?

An den Hängen des Osterzgebirges lebt das seltenste Tier Deutschlands: der Ziesel. Die Erdhörnchen, die eine Vorliebe für nahrhafte Blüten haben, wurden als Kulturschädlinge erbarmungslos gejagt. Sie bildeten einst große Kolonien und fraßen ganze Äcker kahl. Nun versucht man mühevoll, die kleinen Nager wieder anzusiedeln. Ein steiniger Weg mit vielen Rückschlägen. Aber gibt es vielleicht doch Hoffnung für die Ziesel? Jenseits der Grenze, in Tschechien, lebt eine quicklebendige Kolonie.

Eine der vielen Herausforderungen für die Tierfilmer: Einmal in die Natur entlassen, bekommt man die tierischen Heimkehrer kaum noch zu Gesicht. Der Film spürt ihnen dennoch nach. Dabei kommen modernste Kamerafallen zum Einsatz und enthüllen Erstaunliches.



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