Streit um die teuerste Eisenbahnstrecke in Europa Die Europa-Reportage
So, 25.10. | 13:00-13:30 | WDR
Im kleinen Alpenort Saint-Jean-de Maurienne haben die Bauarbeiten schon vor Jahren begonnen. Trotz der massiven Belastungen, die das mit sich bringt, sieht der Bürgermeister, Philippe Rollet, die Aussicht, ein Haltepunkt auf der Bahnstrecke zu werden, positiv: "Der Bau bringt große Chancen für unsere Region." Im Übrigen sei das Projekt schon viel zu weit fortgeschritten, um sich noch dagegen zu stellen: "Es wäre ein Fehler, jetzt damit aufzuhören. Das würde ein Vermögen kosten."
Das sehen Bürgerinitiativen in Frankreich und Italien anders; sie hoffen immer noch, den Bau stoppen zu können. "Er zerstört unsere Täler und ist überflüssig", meint Franco Olivero Fugera aus dem italienischen Susatal. Er gehört schon lange der Protestbewegung "NoTAV" an - "Kein Hochgeschwindigkeitszug". Der Staat geht hart gegen sie vor und stuft sie - trotz ihres weitgehend gewaltfreien Vorgehens - als kriminelle Vereinigung ein.
Auch die Baumschulbesitzer Anthony Guillould und Donatien Wion aus Frankreich sehen in der Schnellzugstrecke eine "ökologische, finanzielle und soziale Katastrophe". Sie organisieren regelmäßig Bustouren, auf denen sie über die Folgen der Bauarbeiten informieren. Mittlerweile hat ihr Protest europaweit Unterstützung gefunden.
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