Böse Spiele - Rimini Sparta AT/DE/FR

Mi, 02.09.  |  23:50-3:00  |  BR
Stereo 

 Ulrich Seidls „BÖSE SPIELE Rimini Sparta“: Schwierige Familienbeziehungen der Brüder Richie und Ewald …

Die vernetzte und erweiterte Fassung von Seidls Diptychon über unerfüllte Sehnsüchte und den Schmerz, sich selbst zu finden.

Rimini:
Richie Bravo, einst ein gefeierter Schlagerstar, jagt im winterlichen Rimini seinem verblichenen Ruhm hinterher. Verloren zwischen Dauerrausch und Konzerten vor Bustouristen beginnt seine Welt zu kollabieren, als plötzlich seine erwachsene Tochter in sein Leben einbricht. Sie will Geld von ihm, das er nicht hat.

Sparta:
Vor Jahren hat es den Mittvierziger Ewald nach Rumänien verschlagen. Jetzt wagt er einen Neuanfang. Er verlässt seine Freundin und zieht in die verarmte, ländliche Einöde, wo er mit Buben aus der Umgebung ein verfallenes Schulgebäude zu einer Festung ausbaut. Die Kinder entdecken dort eine Unbeschwertheit, die sie so nicht kannten, doch der Argwohn der Dorfbewohner lässt nicht lange auf sich warten. Und Ewald muss sich einer lange verdrängten Wahrheit stellen.

Die zwei Brüder Richie und Ewald kommen in Österreich mit ihrem dementen Vater zum Begräbnis ihrer Mutter zusammen. Dort zeigen sich die schwierigen Familienbeziehungen. Nach der Beerdigung gehen beide Brüder einer Arbeit im Ausland nach, der eine in Italien, der andere in Rumänien.

SPARTA ist das Bruderstück zu RIMINI und Vollendung von Ulrich Seidls Diptychon über die Unentrinnbarkeit der eigenen Vergangenheit und den Schmerz, sich selbst zu finden.

Rimini. „Richie Bravo - Best of - Lieder meines Lebens“. Bild: Ulrich Seidl Filmproduktion
Rimini. „Richie Bravo - Best of - Lieder meines Lebens“. Bild: Ulrich Seidl Filmproduktion
Der Tod der Mutter bringt zwei Brüder noch einmal kurz zusammen – im leer stehenden Elternhaus, wo alte Verhaltensmuster aus Kindheit und Jugend kurz an die Oberfläche drängen. Dann schieben sie den demenzkranken Vater im Rollstuhl zum Begräbnis und verschwinden wieder in ihre jeweiligen Leben, als hätte es diesen Moment nie gegeben.
Richie Bravo, einst gefeierter Schlagersänger, hat sich ins winterliche Rimini zurückgezogen, wo er einem Ruhm nachjagt, der längst verblasst ist. Mit Auftritten vor weiblichen Fans und käuflicher Zuneigung hält er sich über Wasser – bis seine erwachsene Tochter vor der Tür steht und das einfordert, was er ihr ein Leben lang schuldig geblieben ist: nicht nur Geld, sondern Verantwortung.
Sein jüngerer Bruder Ewald hat sich in die rumänische Provinz aufgemacht, in einen verarmten Landstrich, weit weg von allem Vertrauten. Gemeinsam mit Jungen aus dem Dorf renoviert er ein heruntergekommenes Schulgebäude und träumt von einem Sommercamp für Kinder. Doch der Argwohn der Eltern wächst, und mit ihm die Frage, was Ewald hier wirklich sucht – und was er zu verbergen hat. Ihr Vater dreht derweil seine einsamen Runden im Pflegeheim. Dement, abwesend, vergessen.
Mit " Böse Spiele" kehrt Ulrich Seidl zu seiner ursprünglichen Gesamtvision zurück und fügt Rimini und Sparta zu einer gemeinsamen Familiengeschichte zusammen. Was als Diptychon konzipiert war, entfaltet sich nun zur vielschichtigen Chronik einer Herkunft, die alle drei Männer auf je eigene Weise einholt. Das Ergebnis ist kein bloßes Nebeneinander zweier Einzelwerke, sondern ein eigenständiges, in sich geschlossenes Opus – dichter, verstörender und letztlich treffender als jeder der beiden Teile für sich allein.

Darsteller:
Georg Friedrich (Ewald)
Michael Thomas (Ritchie Bravo)
Claudia Martini (Annie)
Tessa Göttlicher (Tessa)
Inge Maux (Emmi Fleck)
Florentina Elena Pop (Ewalds Freundin Aurica)
Hans-Michael Rehberg (Vater Ekkehart)
Regie: Ulrich Seidl

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