Stolperstein Ping Pong gegen Parkinson: Kampf um Lebensqualität

Fr, 18.04.  |  10:10-10:35  |  BR
Untertitel/VT Stereo 
Adrian Stier ist erst 47 Jahre alt, aber er kann seit Jahren nur mit dem Rollator laufen. Die Diagnose wurde erst sehr spät gestellt, obwohl er bereits seit dem 11. Lebensjahr an Parkinson erkrankt ist. Denn das chronisch fortschreitende Absterben der Nervenzellen im Gehirn, das zu unkontrollierbarem starkem Zittern und steifen Muskeln und damit zu Bewegungsverlangsamung führt, wird meist mit älteren Menschen in Zusammenhang gebracht.
Behandelt wird Parkinson zunächst mit Medikamenten. Bei Adrian Stier hilft nur noch die "Tiefe Hirnstimulation". Dabei werden bei einer Operation Elektroden ins Gehirn eingesetzt, die durch elektrische Impulse bestimmte Hirnregionen stimulieren. "Laut Studien profitieren besonders jüngere Patienten von einem frühzeitigen Einsatz", sagt Professor Jens Volkmann vom Universitätsklinikum in Würzburg.
Es geht darum, die Lebensqualität zu erhalten. Eine entscheidende Rolle spielt Bewegung. Martin Prochaska-Metz stand 30 Jahre lang als Puppenspieler auf der Bühne. Doch dann musste er schweren Herzens die aufgeben, die komplizierte Koordination der Fäden fiel ihm zu schwer. Heute engagiert er sich in der Selbsthilfegruppe in Karlsfeld-Dachau. Sie spielen Ping Pong gegen Parkinson, tanzen Neuro-Tango und singen beim Nordic Walking, um in Bewegung zu bleiben. Außerdem haben sie eine neue Methode entdeckt, wie die Symptome gelindert werden können: "Fokussierter Ultraschall". Allerdings bieten diese Behandlung derzeit nur zwei Kliniken in Deutschland an. Bislang ist die Erkrankung nicht heilbar, doch sie lässt sich immer besser in den Griff kriegen.
Der Film in der BR-Reihe "Stolperstein" von Tom Fleckenstein begleitet Patienten, die trotz ihrer Erkrankung nicht aufgeben, und stellt die aktuellen Behandlungsmethoden und wissenschaftlichen Erkenntnisse im Kampf gegen Parkinson vor.

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