Österreichs wunderbare Jahre
Do, 16.07. | 20:15-21:15 | ServusTV
Sonstiges, Österreich 2021 Länge: 47 Min.
Ein junges bosnisches Mädchen kommt mit ihrer Familie nach Wien. Alma Zadic erinnert sich an endlose Vielfalt von Schokoladen im Supermarkt und das Gefühl angenommen zu werden: „So schwierig auch die 90er-Jahre waren, waren das für mich dennoch wunderbare Jahre, weil ich für mich Kindheit entdeckt habe.“
Wir werden durch den EU-Beitritt ab 1995 Teil eines neuen Europas. Es gibt Ängste, aber schließlich erkennt eine große Mehrheit die Möglichkeiten, die sich eröffnen. Technologien beginnen unser Leben zu verändern, zu dominieren. Das Handy wird zum Allgemeingut. Es verändert die Art, wie wir kommunizieren. Im Gegenzug wird die Natur zum Sehnsuchtsort. Anfangs nur wenige, bald immer mehr entdecken die Qualität des Ursprünglichen. Wie „Archebauer“ Thomas Strubreiter, der auf seiner Alm aussterbende Tierrassen züchtet: „Je schneller alles wird, umso wichtiger, dass man irgendwo ein Platz hat, wo man sich daheim fühlt.“
Die Sowjetunion zerfällt, Karten werden neu gezeichnet. Eine Prinzessin stirbt, die Welt trauert um Lady Diana. Im Sommer 1999 verdeckt der Mond für zweieinhalb Minuten unsere Sonne. Marwan Saba erfindet eine der ersten Social-Media-Plattformen, Jahre bevor Facebook online geht. Und die Snowboarderin Claudia Riegler erfüllt sich einen Traum, nachdem sie Jahre zuvor aus den Kadern flog: „Irgendwann war dann der Punkt, wo ich gesagt habe, ich will mehr.“ Sie alle formen ein Jahrzehnt, in dem sich die Weltordnung für immer verändert hat: Unsere 90er.
Das letzte Jahrzehnt des Jahrtausends - es beginnt für einen Österreicher mit einem Weltraumausflug. Wir heben ab, blicken auf unsere Heimat und sehen eine Welt, die freier, aber unübersichtlich wird - eine Zeit ohne klare Richtung. Wir träumen vom Frieden, werden aber Zeugen eines Krieges an unserer südlichen Grenze. Technologien beginnen unser Leben zu dominieren. Die Musik wird lauter, elektronischer und schneller. Und die Vorfreude auf ein neues Jahrtausend geht spürbar durchs ganze Land.
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