unicato Generation Einheit

Do, 01.10.  |  0:25-1:25  |  MDR
Untertitel/VT Stereo 
Die September-Ausgabe von „unicato – Das Kurzfilmmagazin“ trifft junge Menschen der Nachwendegeneration, die sich filmisch, kulturell oder auf gesellschaftlicher Ebene für eine vielfältige Perspektive auf Ostdeutschland einsetzen.

Postwendekinder: Sie wachsen in einem wiedervereinigten Deutschland auf und kennen die DDR nur aus Erzählungen und Geschichtsbüchern. Sie spüren jedoch die ostdeutsche Identität durch die Erfahrungen ihrer Eltern und Großeltern, durch strukturelle Unterschiede im Alltag und mediale Zuschreibungen: Der Osten als Abweichung von der Norm, als Krisenregion, geprägt von Demokratiezweifeln.

Doch ist das stereotypische Bild des Ostens auch wirklich der Osten? Es gibt sie, die vielfältigen Sichtweisen – und sie werden von jungen Filmschaffenden erzählt - auch in den Kurzfilmen dieser Ausgabe. Was bedeutet ostdeutsche Identität für sie? Wie lässt sich die Ostalgie bei der Gen Z erklären? Und was wünscht sich die vierte Generation Ost für den Diskurs um die Zukunft?

In dieser unicato-Ausgabe sprechen wir mit Menschen, die zeigen, wie vielfältig ostdeutsche Sichtweisen sind. Mit Vanessa Beyer, Co-Gründerin von k_einheit, sprechen wir über die Lebensrealitäten der Gen Z aus Ostdeutschland, das Miteinander in der Gesellschaft sowie ihren Blick nach vorn. Mit dem Animationskünstler Merlin Rainer reden wir über die ostdeutsche Hardtekk-Szene und seinen handgezeichneten Film „Upload DDR“. Filmemacherin und Künstlerin Antje Seeger zeigt mit dem Experimentalfilm „FMT8“, wie wenig und gleichzeitig wie stark sich ihre thüringische Heimatstadt Artern seit der Wende verändert hat. Dabei erzählt sie auch, welche Weichen für die Zweite Generation Ost gestellt wurden und welchen konkreten Einfluss diese auf ihr Leben hatten. In „SOM DOMA“ werden Mira Dubian und Luka Lětko bei der Arbeit an ihrem Kurzfilm begleitet, in dem sie versuchen, queere Themen in ihre vermeintlich konservative sorbische Community zu integrieren. Mit den beiden sprechen wir über die sorbische Sprache und über queere Lebensrealitäten in ihrem Umfeld.


Die Filme in der Sendung

* Upload DDR von Merlin Rainer
(Animadok, DE 2024, 8 Minuten)
Zwischen rechter Vereinnahmung und ostalgischem Hype: HardTekk zieht vor allem im Osten viele junge Leute an. Der handgezeichnete Film zeigt DJs wie JilliTekk, die Musik zum Anlass nehmen, sich als Nachwendegeneration mit der DDR auseinanderzusetzen.

* FMT8 von Antje Seeger
(Experimentalfilm, DE 2024, 3 Minuten)
Auf dem höchsten Punkt der ostdeutschen Kleinstadt Artern in Thüringen steht der „Der lange Harald“. Ein Funkmast vom Typ FMT8 benannt nach dem damaligen Bürgermeister, dem ersten nach der Wende. Beides waren Westimporte mit dem Versprechen einer glorreichen Zukunft. Doch dann kippt das Bild.

* Som Doma von Lukas Mutschler, Luca-Els Mauritz
(Dokumentarfilm, DE 2024, 29 Minuten)
„Wenn meine Lausitz nicht mehr sorbisch ist, dann randaliere ich!“ - so das Motto der jungen Sorben Mira und Luka. In „Som Doma“ werden die beiden bei der Arbeit an ihrem Kurzfilm begleitet, in dem sie versuchen, queere Themen in ihre vermeintlich konservative sorbische Community zu integrieren. Zwischen der aussterbenden sorbischen Sprache und queerfeindlichen Stimmen in ihrem Umfeld suchen Mira und Luka einen Platz in ihrer Heimat.


Die Gäste

* Vanessa Beyer macht sichtbar, was lange übersehen wurde. Als Co-Gründerin von k_einheit sorgt sie dafür, dass junge Ostdeutsche ihre eigene Geschichte erzählen – laut, differenziert und auf Augenhöhe. Statt sich mit alten Narrativen abzufinden, will sie neue prägen – mutig, kreativ und gemeinsam mit denen, die den Osten heute gestalten. Mit k_einheit hat Vanessa eine Plattform geschaffen, die junge ostdeutsche Perspektiven hörbar macht und gesellschaftlichen Wandel vorantreibt. Der Seriendokumentarfilm „(K)Einheit – Wie die Gen Z über den Osten denkt“ bringt die Lebensrealitäten junger Menschen in den öffentlichen Diskurs. Durch Workshops, Diskussionen und mediale Formate fördert die Initiative intergenerationale Gespräche, baut Brücken zwischen Ost und West und schafft Räume für Selbstwirksamkeit. Ihr Ziel: eine neue Erzählung des Ostens, geprägt von denen, die ihn heute gestalten.

* Merlin Rainer studierte in

Moderation: Markus Kavka

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