Y-Kollektiv: JGA extrem Eskalation ohne Grenzen

Fr, 10.07.  |  1:25-1:55  |  3sat
Untertitel/VT  Länge: 30 Min.

Während in Deutschland die Zahl der Eheschließungen sinkt, boomt das Geschäft mit Junggesellen- und Junggesellinnenabschieden - und das immer extremer.

Neben Bauchläden, Partybussen und absurden Eskapaden entsteht ein Millionengeschäft mit Schattenseiten - immer näher an der Grenze zum moralisch Vertretbaren. Reporter Frederik Fleig begibt sich auf eine Reise in die Extreme eines gesellschaftlichen Rituals.

Was früher ein feuchtfröhlicher Abend unter Freundinnen und Freunden war, ist heute ein lukratives Business mit teils fragwürdigen Angeboten, die zwischen Spaßkultur und moralischem Ausnahmezustand pendeln.

Im sauerländischen Willingen zeigt sich der Boom als zweischneidiges Schwert: Das idyllische Dorf profitiert wirtschaftlich vom Partytourismus, kämpft aber zugleich mit dessen Schattenseiten - Lärm, Müll, Kontrollverlust. Frederik trifft den Hüttenbesitzer Siggi, einen genervten Taxifahrer, der auch im Dorf wohnt, sowie Juliane und Leona, die in einem der beliebtesten Partytempel in Willingen arbeiten. Deutlich wird die Zerrissenheit des Orts zwischen Anpassung und Widerstand. Alle verdienen am Chaos, einige ziehen weg.

Doch wo in Willingen noch klare Grenzen sind, werden beim Junggesellenabschied (JGA) in Prag alle Regeln des Anstands über Bord geworfen. Bei der Agentur "Pissup" kann fast jeder noch so bizarre Wunsch erfüllt werden - vom "Zwergen-Anhängsel" über Kalaschnikow-Schießen bis zum XXL-Strip. Frederik geht für ein Wochenende mit den feiernden Gruppen von einer Aktivität zur nächsten - und sucht Antworten: Wie radikal darf der letzte Abend vor der Ehe sein?

Frederik Fleig, der selbst wenig mit der JGA-Kultur anfangen kann, wirft einen kritischen, aber offenen Blick auf die Szenen, Menschen und Mechanismen hinter dem Spektakel. Eine Reportage über den fragwürdigen Wunsch, noch einmal vor der Ehe "die Sau rauszulassen" - und was dafür heute im Extremfall für Geld möglich gemacht wird.



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