einfach Mensch Film von Andrea Schuler
Alhassane Baldé kam als Kind aus Guinea nach Deutschland. Heute arbeitet der Rollstuhlfahrer als Berater, Unternehmer und Inklusionsbotschafter und setzt sich für Vielfalt und Teilhabe ein.
Der Ex-Profisportler startete als einer der jüngsten deutschen Rennrollstuhlfahrer bei mehreren Paralympics. Heute arbeitet er als Berater für den Vorstand der Bundesagentur für Arbeit und unterstützt mit seiner Agentur behinderte Athleten bei der Sponsorensuche.
"Viele sehen vielleicht die Hautfarbe oder auch meinen Rollstuhl als Problem oder Hürde. Ich sehe das nicht so." Dabei war sein Start ins Leben alles andere als ideal. Weil die Zwillingsschwangerschaft der Mutter nicht erkannt wurde, kam es unter der Geburt zu Komplikationen. So entstand die Querschnittslähmung. Seine ersten Lebensjahre verbrachte Alhassane Baldé ohne Rollstuhl und ohne medizinische Unterstützung in Guinea. Mit fünf Jahren kam er nach Deutschland und wurde von seinem Onkel und dessen deutscher Frau adoptiert. "Sie wurden für mich zu meinen Eltern."
Früh entdeckte Alhassane Baldé den Rennrollstuhlsport. Aus kindlichem Spaß an der Geschwindigkeit wurde Leistungssport auf höchstem Niveau. Alhassane Baldé startete bei drei Paralympischen Spielen und gehörte über viele Jahre zu den erfolgreichsten deutschen Rennrollstuhlfahrern. "Der Sport hat meinen Horizont erweitert", sagt er. Die Erfahrungen aus dem Leistungssport helfen ihm bis heute: Ziele setzen, Rückschläge aushalten, weitermachen.
Parallel zur Sportlerkarriere studierte er und arbeitet heute als Berater des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit. Sichtbarkeit sei wichtig, sagt er: "Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen mit Behinderung oder mit Migrationsgeschichte in Chefetagen arbeiten."
Auch privat kennt er Situationen, in denen Menschen ihn auf Hautfarbe oder Rollstuhl reduzieren. Rassismus und Vorurteile erlebt er bis heute. Gleichzeitig beschreibt Baldé Deutschland als den Ort, an dem er seine Chancen bekommen hat: "Darum möchte ich anderen Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte Mut machen und zeigen, was möglich ist!"
Die Verbindung zu Guinea ist geblieben – durch Familie, Erinnerungen und seinen Zwillingsbruder.
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